Die Zahl der Apotheken in Deutschland ist weiter gesunken: Ende Juni gab es bundesweit noch 16.488 Apotheken.
Zahlen und Trend
Nach Angaben der Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände (ABDA) bedeutet das einen Rückgang um 113 Apotheken gegenüber dem Jahreswechsel. Seit Anfang Januar standen 30 Neueröffnungen 143 Schließungen gegenüber. Im ersten Halbjahr 2025 waren 238 Schließungen verzeichnet worden.
Honorar und Reformen
Mit der Apothekenreform wurde das Fixum zum 1. Juli von 8,35 Euro pro Packung auf 9,00 Euro angehoben; zum 1. Januar 2027 ist eine weitere Erhöhung auf 9,50 Euro vorgesehen. Zugleich sieht die Koalitionspolitik zusätzliche Leistungen für Apotheken vor, darunter Impfungen, Vorsorge und Tests.
"Das Apothekensterben hat sich zwar etwas verlangsamt, hält aber weiter an. Wir haben inzwischen die niedrigste Apothekenzahl seit fast fünf Jahrzehnten", sagte ABDA-Präsident Thomas Preis der Deutschen Presse-Agentur.
Preis begrüßt die gestaffelte Honorarerhöhung als einen ersten betriebswirtschaftlichen Entlastungsfaktor, warnte jedoch vor Gegenwirkungen durch das von der Koalition beschlossene Sparpaket im Gesundheitswesen. Er äußerte gegenüber der dpa die Sorge, die Honoraranpassung könne zum "Strohfeuer" werden.
"Dafür brauchen wir aber stabile Rahmenbedingungen und eine faire Dynamisierung des Honorars, um künftige Kostensteigerungen abzufedern", sagte Preis der Deutschen Presse-Agentur.
Ausblick
Die Rolle der Apotheken im Versorgungssystem bleibt ein zentrales Thema; beim Deutschen Apothekertag in München wird die Versorgungssituation erörtert. Zur Eröffnung des Kongresses wird der neue Bundesgesundheitsminister Carsten Linnemann erwartet.
Für Apothekenbetreiber bleibt die Entwicklung offen: Die jüngsten Honoraranpassungen reduzieren kurzfristig den Druck, ob sie jedoch ausreichen, um den langfristigen Abwärtstrend zu stoppen, ist bislang ungewiss.





