Apotheken, Wissenschaftler und Verbandsvertreter fordern schärfere politische Maßnahmen gegen KI‑generierte Werbe‑ und Informationsfälschungen im Gesundheitsbereich („Medfakes“), weil diese Vertrauen und Gesundheit gefährden.

Was berichtet wurde

Die Wort & Bild‑Verlagsgruppe (Apotheken Umschau) veranstaltete am 9. September 2026 in Berlin eine Expertenrunde zur Kampagne #stopmedfakes und stellte die Gefahren durch KI‑gestützte Fälschungen in den Mittelpunkt (Apotheken Umschau, 10.9.2026). Die Fachberichterstattung hat das Thema ebenfalls aufgegriffen (APOTHEKE ADHOC, 11.9.2026).

Teilnehmende und Kernforderungen

  • Auf dem Podium waren unter anderem Dr. Eckart von Hirschhausen, Dr. Klaus Reinhardt, Dr. Julia Fischer sowie Vertreter von Wort & Bild und HateAid genannt; Aussagen und Zitate finden sich in der Berichterstattung der Apotheken Umschau (10.9.2026).
  • Gefordert wurden ein gesetzlicher Rahmen, konsequenter Vollzug und stärkerer Druck auf die Legislative, um betrügerische KI‑Einsätze zu unterbinden (Zitate: Dr. Klaus Reinhardt, Andreas Arntzen in Apotheken Umschau).

Ergebnisse aus der Universität Leipzig

Das Deepfake‑Projekt der Universität Leipzig dokumentiert eine deutliche Verbreitung und eine wachsende Vertrauenskrise: In einer Befragung (Quotenstichprobe, rund 1.297 Internetnutzer in Deutschland) stieg zwischen 2022 und 2025 der Anteil derjenigen, die bereits mit Deepfakes in Kontakt gekommen waren; 2025 gaben nur noch etwa 27 % an, nie bewusst auf einen Deepfake getroffen zu sein (Universität Leipzig, 18.6.2026). Professor Dr. Alexander Godulla wird mit der Einschätzung zitiert, Deepfakes untergrüben das Medienvertrauen, unabhängig davon, ob jemand schon hereingefallen ist (Uni Leipzig).

„Das Eindrücklichste ist, wie schnell Deepfakes im Alltag angekommen sind.“ — Prof. Dr. Alexander Godulla (Uni Leipzig).

Konkrete Warnungen und Hinweise

  • Dr. Eckart von Hirschhausen warnt, dass die Fälschungen Misstrauen und Verunsicherung erzeugten und Menschen in ihrer Gesundheit gefährdeten; er forderte Verteidigungsmaßnahmen gegen diesen «Betrug» (Apotheken Umschau).
  • Die Apotheken Umschau erklärt in ihrer Berichterstattung Mechanismen von Medfake‑Angeboten, nennt Erkennungsmerkmale und bietet eine Anlaufstelle für Hinweise an (Apotheken Umschau: Werbung als Falle).

Zur WHO‑Zitierung

In der Berichterstattung der Apotheken Umschau erscheint die Formulierung „Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) sterben inzwischen mehr Menschen an medizinischer Desinformation als im Straßenverkehr.“ Diese Aussage wird dort der WHO zugeschrieben; eine exakte Originalquelle mit dieser Wortwahl in WHO‑Publikationen konnte in der recherchierten Literatur nicht verifiziert werden (siehe Apotheken Umschau‑Artikel).

Fazit und Bedeutung für Apotheken

Für den Apothekenalltag bedeutet die Debatte: erhöhte Aufmerksamkeit gegenüber digital verbreiteten Produkt‑ und Gesundheitsversprechen, proaktive Information der Kundinnen und Kunden und Zusammenarbeit mit Informationsstellen. Konkrete politische Forderungen der Experten richten sich an Gesetzgebung und Vollzug; die Publikationen nennen zudem eine Praxis‑orientierung der Aufklärung durch etablierte Gesundheitsmedien (Apotheken Umschau) und die wissenschaftliche Einordnung durch das Deepfake‑Projekt der Universität Leipzig.

Quellen

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