Die Apotheken Umschau erscheint seit Anfang 1956 und feiert 2026 ihr 70‑jähriges Bestehen. Die Zeitschrift prägte früh die Kundenansprache in Apotheken und bleibt mit großen Auflagen ein relevanter Kanal der Patienteninformation.
Historische Entwicklung
Das erste Heft erschien Anfang 1956; die Erstauflage betrug 50.000 Exemplare. Titelseiten zeigten anfangs Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, später wurden Motive wie Kinder und Gartenarbeit häufiger verwendet. Der Untertitel änderte sich in den ersten Jahren mehrfach; 1964 wurde das Cover umgestaltet und erstmals das Apotheken‑A auf der Frontseite getestet. 1967 erschien die Monats‑Illustrierte erstmals in Farbe. 1986 löste das Apotheken‑A dauerhaft das Hygieia‑Symbol ab.
Neben der Umschau entstanden weitere apothekenexklusive Titel: 1962 „junge mutti“ (heute „Baby und Familie“), 1974 „medi&zini“ (heute „Medizini“) sowie 1978 der „Diabetiker Ratgeber“ und der „Senioren Ratgeber“. 2001 startete das Gesundheitsportal apotheken‑umschau.de.
Der Verlag wurde 1955 als Werbe‑ und Verlagsgesellschaft Wort & Bild von Rolf Becker gegründet; Becker übernahm den Verlag 1960 vollständig und blieb dem Haus bis zu seinem Tod Anfang 2014 verbunden.
Heute: Reichweite und redaktionelles Profil
Die Apotheken Umschau erscheint in zwei Ausgaben pro Monat und erreicht laut Verlagsangaben eine Auflage von rund 4,6 Millionen Heften. Laut Verlagsangaben lesen über 15 Millionen Menschen die Hefte monatlich.
„Über 15 Millionen Menschen lesen die Hefte Monat für Monat – daraus entsteht eine große Verantwortung, an der wir jeden Tag neu arbeiten.“
— Andreas Arntzen, Verlagschef
Die Redaktion betont, das Profil für veränderte Lesererwartungen geschärft zu haben und stärker jüngere Zielgruppen anzusprechen. Dazu gehören lebensnahe Sprache und ergänzende Formate wie Social‑Media‑Beiträge und Podcasts.
„Gesundheitswissen ist nie statisch, und die Erwartungen jüngerer Leserinnen und Leser verändern sich. Deshalb haben wir das Profil der Apotheken Umschau in den letzten Jahren konsequent geschärft.“
— Dr. Dennis Ballwieser, Chefredakteur und Geschäftsführer
Folgen für die Apothekenpraxis
Für die tägliche Arbeit in der Apotheke ergeben sich daraus konkrete Anforderungen:
- Digitalangebote stärker integrieren, etwa durch Verweise auf Online‑Artikel oder Podcasts bei Beratungen.
- Beratungsmaterialien sprachlich und gestalterisch an jüngere Zielgruppen anpassen.
- Präsenz der Hefte in der Auslage prüfen und Ergänzungsformate (Social Media, Podcasts) in die Kundenansprache aufnehmen.
- Mitarbeiterschulungen zu neuen Formaten und zur Nutzung digitaler Verweise in der Beratung anbieten.
Apotheken sollten diese Punkte prüfen und gegebenenfalls ihre Aushänge, Beratungsblätter und digitalen Kanäle anpassen, um die Reichweite und die veränderten Nutzungsgewohnheiten der Leserschaft zu nutzen.





